Erzbischof Christodoulos nach Amerika [24. Aug. 2007 - 18:02]

Athen - Der Vorsteher der Kirche von Griechenland, Erzbischof Christodoulos von Athen, hat am 16. August 2007 von Athen aus den Flug in die USA angetreten, um sich dort in Miami eine Lebertransplantation zu erhalten. Der 68-jährige  Erzbischof musste sich Mitte Juni 2007 im Aretaion Hospital in Athen einer Operation im Magen-Darm-Bereich unterziehen, nachdem dort ein Krebstumor festgestellt worden war, der entfernt werden konnte. Die Operation war erfolgreich, aber es wurde dann ein Tumor in der Leber festgestellt. Der leitende Chirurg der Klinik, Dr. Dionysis Voros, erklärte aber, „die Lage und die Entwicklung (des Tumors) in der Leber lassen annehmen, dass er behandelt werden kann“. Die beiden Krebsherde seien nicht direkt verbunden und die Leber des Erzbischofs funktioniere normal. Die Ärzte machten deutlich, dass sie die Einzelheiten der Erkrankung und Behandlung des Erzbischofs auf dessen eigenen Wunsch hin öffentlich bekannt gemacht hätten. Es sei das erste Mal, dass eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens dies ausdrücklich gewünscht hätte. Wenig später gab der griechisch-amerikanische Professor für Transplantationen Andreas Tzakis, der schon über 2.000 Lebertransplantationen vorgenommen hat, bekannt, dass der Erzbischof nach dem 15. August in das amerikanischen Transplantationszentrum der Universität von Miami gehen werde, um sich dort, wo auch Dr. Tzakis seinen Lehrstuhl hat, einer Lebertransplantation zu unterziehen. Tzakis erklärte dazu, man habe sich entschlossen, die Operation des Erzbischofs in den nächsten sechs Wochen vorzunehmen, „so schnell als möglich, wenn er in der Lage ist, das Verfahren durchzuhalten. Sonst besteht die Gefahr, dass der Krebs sich ausbreitet“.

 

 



Bald Treffen Papst Benedikt - Patriarch Aleksij? [24. Aug. 2007 - 17:54]

Moskau – Der Vizedekan des Kardinalskollegiums der Römischen Kirche und frühere Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Roger Kardinal Etchegaray, hat am 7. August 2007 in Moskau den Vorsteher der Russischen Orthodoxen Kirche, Patriarch Aleksij II. Besucht, und ihm als persönliches Geschenk von Papst Benedikt XVI. Einen goldenen Füllfederhalter überreicht, mit dem Papst schon mehrere wichtige Dokumente unterzeichnet hat. Zugleich überbrachte er eine Botschaft des Papstes, auf die der Patriarch bald schriftlich antworten will. Kardinal Etchegaray erklärte, ein Treffen zwischen beiden Kirchenführern sei wahrscheinlicher geworden: "Wir bewegen uns auf dieses Ziel zu, dürfen das Ereignis allerdings nicht forcieren", sagte der Sondergesandte des Papstes. Beide Kirchen sollten sich um einen „tiefen Dialog" bemühen, sagte der Kardinal nach Angaben der Agentur Interfax. Ein solches Treffen könnte Ausdruck der tiefen Beziehungen beider Kirchen sein. Der Vatikan und Moskau bemühen sich nach den Worten von Kardinal Etchegaray seit einiger Zeit um eine Annäherung und eine Verbesserung ihrer Beziehungen. Er warnte allerdings vor einer „populistischen" Inszenierung, eine Zusammenkunft der beiden Kirchenoberhäupter müsse in „Wahrheit und Aufrichtigkeit" stattfinden. Bereits im Juni hatte der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper Hoffnungen auf ein Gespräch Papst Benedikts mit Patriarch Aleksij „binnen eines Jahres" geäußert. Beide Seiten seien zu einer Begegnung bereit.



Kapelle auf russischem Kriegsschiff [24. Aug. 2007 - 17:35]

Moskau – Erstmals seit dem Sturz des Zaren 1917 wird ein russisches Kriegsschiff eine eigene orthodoxe Kapelle erhalten. Es handelt sich dabei um einen Kreuzer der Nordmeerflotte, die “Admiral Ušakov”. Die Entscheidung, die Kapelle sowie ein Schiffsmuseum, das ebenfalls Admiral Ušakov gewidmet sein soll, wurde zusammen vom russischen Verteidigungsminister Anatolij Serdjukov and dem Vorstand der „Admiral Ušakov Stiftung“ getroffen, die 1.5 Millionen Rubel ($58,000) für das Projekt spenden wird. Die „Admiral Ušakov“ gehört zur so genannten Kirow-Klasse (Projekt 1144). Diese umfasst die größten Kriegsschiffe der russischen Seekriegsflotte, die keine Flugzeugträger oder Hubschrauberträger sind. Innerhalb der NATO werden sie als Schlachtkreuzer klassifiziert und waren ursprünglich zur Anti-U-Boot-Kriegsführung gedacht. Fedor F. Ušakov (1744 – 1817) war der bedeutendste russische Flottenkommandant des 18. Jahrhunderts, besonders bei seinen Einsätzen im Mittelmeer unter Kaiser Pavel I. Er zählte auch zu den orthodoxen Malteserrittern, als der Kaiser ihr Großmeister war. Von den Griechen wird er als Befreier der jonischen Inseln bis heute geehrt. Nach der Ermordung Kaiser Pavels zog er sich in das Sinaksar-Kloster zurück, wurde aber kein Mönch. Seine Gebeine ruhen bis heute in diesem Kloster. Im Jahre 2000 hat ihn die Russische Orthodoxe Kirche wegen seines vorbildhaften christlichen Lebens als Soldat kanonisiert. 2005 hat ihn Patriarch Aleksij II. zudem zum Patron der nuklearen Bomberflotte Russlands erhoben.

 


 


Patriarch Teoctist verstorben [24. Aug. 2007 - 12:31]

Bukarest - Der Vorsteher der zahlenmäßig weltweit zweitgrößten orthodoxen autokephalen Kirche, nämlich der Rumänischen, Seine Seligkeit Patriarch Teoctist  (Arăpaşu), ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Er war von 1986 bis zu seinem Tod der fünfte Patriarch der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, und trug die weiteren Titel eines Verwesers von Kaisaraia in Kappadokien, Metropoliten der Ungro-Walachei und Erzbischofs von Bukarest.

Teoctist  wurde  am 7. Februar 1915 in Tocileni, Bezirk Botoşani im Nordosten Rumäniens als achtes von 14 Kindern einer armen Landarbeiterfamilie geboren.geboren und auf den Namen Toader getauft. 1928 trat er als Novize in das Kloster Sihăstria Voronei ein. 1932 ging er auf ein theologisches Gymnasium bei Bukarest. Am 6. August 1935 legte er das Mönchsgelübde im Kloster Bistrița-Neamț ab und erhielt den Namen Teoctist. Am 4. Januar 1937 folgte die Weihe zum Diakon. 1940 beendete er das Gymnasium und begann sein Studium an der theologischen Fakultät der Universität Bukarest. Sein Studium schloss er 1945 ab und wurde am 25. März desselben Jahres zum Priester geweiht. Anschließend ging er an die Kathedrale in Iaşi, wo er von 1946 bis 1950 Bischofsvikar war. Von 1946 bis 1947 studierte er zugleich an der Universität Alexandru Ioan Cuza Iaşi Literatur und Philosophie. Am 28. Februar 1950 wählte die Heilige Synode der Rumänischen Orthodoxen Kirche ihn zum Weihbischof und er erhielt den Titel von Botoșani. Bis 1954 war er zugleich Rektor des Höheren Theologischen Instituts Bukarest. Am 28. Juli 1962 wurde er zum Diözesanbischof von Arad gewählt und erhielt zeitgleich Verantwortung für das Vikariat von Gyula. Ein Jahr später wählte der Kongress des orthodoxen Bistums in den USA ihn zum Bischof von Detroit. Die Heilige Synode akzeptierte die Wahl und ernannte ihn zum Erzbischof. Aufgrund des Kalten Krieges konnte er seine Führung nicht vollständig wahrnehmen. Kurzfristig hatte er von 1969 bis 1970 die Führung des Rumänisch-Orthodoxen Bistums Oradea inne. Am 28. Januar 1973 wurde er zum Erzbischof von Craiova und damit zugleich zum Metropoliten Olteniens ernannt. Am 25. September 1977 wurde er Erzbischof von Iași und Metropolit der Regionen Moldau und Bukowina. 1980 bis 1982 war er gleichzeitig stellvertretender Erzbischof von Sibiu (Hermannstadt) und Metropolit von Transilvanien (als Administrator während der Sedisvakanz). Zum Patriarchen der Rumänischen Orthodoxen Kirche wurde er Als  Nachfolger von Patriarch Iustin am 9. November 1986 gewählt und zehn Tage später offiziell eingesetzt. Anwesend waren Vertreter aller orthodoxen, protestantischen und römisch-katholischen Kirchen, der Patriarch von Jerusalem und von Bulgarien und auch Vertreter des rumänischen Staates. Nach Nicolae Ceauşescus Ende 1989 wurde er vom Heiligen Synod seines Amtes enthoben, da ihm Willfährigkeit gegenüber dem politischen Regime vorgeworfen worden war. Starke Strömungen innerhalb der orthodoxen Kirche forderten aber seine Wiedereinsetzung. Anfang April 1990 machte die Synode die Amtsentbindung Teoctists nach einer von ihm geleisteten Reueerklärung rückgängig.

n den letzten Jahren seiner Amtszeit spielte der Patriarch auch eine wichtige Rolle im ökumenischen Dialog, besonders mit der Römisch-Katholischen Kirche. So reiste im Mai 1999 Papst Johannes Paul II. nach Rumänien und wurde von Patriarch Teoctist  empfangen. Am 4. Oktober 2002 erfolgte der Gegenbesuch des Patriarchen im Vatikan. Der Geist des ökumenischen Dialogs, den der Patri­arch grundgelegt hat, schuf das gute Klima für die im rumänischen Sibiu / Her­mannstadt Anfang September einberufene Dritte Europäische Ökume­nische Versammlung. Seiner orthodoxen Kirche hinterlässt Patriarch Teoctist vor allem das von ihm wesentlich initiierte Projekt einer "Kathedrale der nationalen Aussöhnung", das bislang aber noch Standort- und Geldschwierigkeiten hat.

Patriarch Teoctist starb nach einer Prostata-Operation am 30. Juli 2007 im Fundeni-Krankenhaus in  Bukarest an einem Herzinfarkt. Die sterblichen Überreste des Patriarchen wurden anschließend in der Patriarchal-Kathedrale von Bukarest aufgebahrt; dort nahmen nach Medienberichten Tausende von Menschen von ihm Abschied, viele mit Kerzen in der Hand. Unter reger Anteilnahme der Gläubigen wurde der Patriarch am Freitag, dem 3. August 2007, in Bukarest beigesetzt. Rund 2.000 Menschen gaben ihm das letzte Geleit. Die Liturgie leitete der Ökumenische Patriarch Bartholomaios. Rund 150 Vertreter aus allen Ländern des orthodoxen Christentums nahmen ebenso an der Beisetzung teil wie katholische und protestantische Kirchenvertreter. Auch Präsident Traian Basescu reihte sich in die Trauergemeinde ein - die Regierung hatte den Freitag des Patriarchenbegräbnisses zu einem Tag der nationalen Trauer erklärt. Mit 21 Schuss Salut wurde der Patriarch schließlich zu Grabe getragen. Anwesend waren als Vertreter des römischen Papstes auch Walter Kardinal Kasper, der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, und Vertreter der früheren rumänischen Königsfamilie.

Neben anderen Kirchenführern aus der Ökumene sprach auch Papst Benedikt XVI. der Rumänischen Orthodoxen Kirche sein Beileid zum Tod ihres Patriarchen aus. In einem Telegramm nennt er den Verstorbenen einen „weisen Hirten" und „angesehenen Kirchenführer". Der von Teoctist ermöglichte Besuch Johannes Pauls II. in Rumänien 1999 und Teoctists Vatikanbesuch von 2002 seien in die Geschichte „unserer Kirchen" eingegangen - als „besondere Gnadengeschenke Gottes". „Beide Männer waren entschlossen, eine neue Seite in der Geschichte unserer Gemeinschaften aufzuschlagen und eine schwierige Vergangenheit zu überwinden - im Vertrauen auf eine künftige Überwindung der Spaltung unter den Jüngern Christi", schrieb Papst Benedikt. Der römisch-katholische Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, der mit dem Patriarchen besonders verbunden war, sagte in einem Telefonat mit der österreichischen römisch-katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress" „unvergesslich" seien die großen Begegnungen zwischen Teoctist I. und Johannes Paul II. 1999 in Bukarest und 2002 in Rom: „Die Herzlichkeit der Begegnung in Bukarest, die unvergesslichen Rufe von hunderttausenden orthodoxen und katholischen Christen: 'Unitate, Unitate!', das war wie ein großer Ruf des Volkes Gottes nach der ersehnten Einheit." Besonders eindrucksvoll sei die Vergebungsbitte des Patriarchen gegenüber dem griechisch-katholischen unierten Bekenner-Kardinal Alexandru Todea bei einem Besuch in dessen Wohnung in Reghin im Juli 2000 gewesen, erinnerte der Wiener Erzbischof. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Dr. Samuel Kobia, würdigte in Genf den verstorbenen Patriarchen: „Sein Hinscheiden ist auch ein großer Verlust für die ökumenische Familie. Seine Seligkeit war ein ernstlicher und effektiver Förderer der ökumenischen Beziehungen. Die Suche nach der Einheit der Kirche wurde zum Credo seines Lebens und Handelns. … Sein Andenken ist in die Geschichte der ökumenischen Bewegung eingeschrieben. Und sein hingebungsvoller Dienst wird weiterhin andere inspirieren und leiten, die nach einem bedeutungsvollen Dienst an der Kirche und dem Volk unter schwierigen Bedingungen und in schweren Situationen suchen“.

Ein neuer Patriarch  der Rumänischen Orthodoxen Kirche wird nach dem Ende der 40-tägigen Trauerzeit am 10. September 2007 gewählt. Bis dahin hat der Metropolit von Iaşi, Daniel (Ciobotea), interimistisch die Leitung der rumänischen Kirche übernommen.

Nikolaj Thon

 

 



Arbeitsgruppe der KOKiD für liturgische Texte in deutscher Sprache eingerichtet [23. Aug. 2007 - 19:32]

Berlin – Am 13. Juni 2007 fand in der Residenz des Bischofs von Berlin und Deutschland Feofan (Galinskij) in Berlin-Karlshorst die konstituierende Sitzung einer Arbeitsgruppe statt, die von der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland / Verband der Diözesen (KOKiD) ins Leben gerufen wurde und die Aufgabe hat, die wichtigsten liturgischen Texte der Orthodoxen Kirche in einer gemeinsamen deutschen Übersetzung zu erarbeiten. Ihr gehören Vertreter der in der KOKiD vertretenen Diözesen sowie der Russisch-Orthodoxen Diözese des Orthodoxen Bischofs von Deutschland (Russische Orthodoxe Kirche im Ausland) an. Koordinator der Arbeitsgruppe ist Priestermönch Benedikt (Schneider) aus Göttingen (Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche / Moskauer Patriarchat). Die Sitzung begann mit einem gemeinsamen Bittgottesdienst der Mitglieder der Arbeitsgruppe, durch die alle orthodoxen Bistümer in Deutschland vertreten sind. Ihre Ergebnisse sollen demnächst der Bischofsversammlung der KOKiD zur Billigung vorgelegt und danach zum allgemeinen Gebrauch bei deutschsprachigen orthodoxen Gottesdiensten empfohlen werden.

 



Weihe der russischen Kirche in Hamburg [23. Aug. 2007 - 18:29]

Hamburg - Am 30. Mai 2007 konnte die russische orthodoxe Gemeinde der Berliner Diözese des Moskauer Patriarchats die Weihe der 2004 erworbenen ehemals evangelischen Gnadenkirche am Messegelände auf St. Pauli zum orthodoxen Gotteshaus, das dem heiligen Johannes von Kronstadt gewidmet ist, begehen. Es handelt sich um das raummäßig größte russische Gotteshaus in Deutschland, wenn nicht im gesamten kontinentalen Westeuropa. Der Bedeutung des Ereignisses entsprechend war der Leiter des Kirchlichen Außenamtes des Patriarchats, Metropolit Kirill (Gundjaev) von Smolensk und Kaliningrad, selbst nach Hamburg gekommen, um die Weihe vorzunehmen. Gemeinsam mit ihm standen dem Gottesdienst vor Metropolit Serafim (Joantă) von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa (Rumänische Orthodoxe Kirche), der Ständige Vertreter der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland, Erzbischof Longin (Talypin) von Klin, Erzbischof Mark (Arndt) von Berlin und Deutschland (Russische Auslandskirche), der Vikarbischof der St. Petersburger Diözese, Bischof Markell von Peterhof und natürlich der Diözesanbischof, Erzbischof Feofan (Galinskij) von Berlin und Deutschland. Den Bischöfen konzelebrierten zahlreiche Geistliche nicht nur der Russischen Kirche, sondern auch des Ökumenischen Patriarchats, der Serbischen und der Rumänischen Kirche. Während der Göttlichen Liturgie wurde der Pfarrer der Hamburger Gemeinde Sergij Baburin für seinen Einsatz zur Neugestaltung der Kirche und sein pastorales Wirken zum Erzpriester erhoben. In seinem Wort am Ende des Gottesdienste würdigte Metropolit Kirill die Bedeutung der Kirche für die geistige Wiedergeburt des russischen Volkes. Erzbischof Mark erinnerte daran, dass schon bei der Errichtung der ersten orthodoxen Kirche in Hamburg am Beginn des 20. Jahrhunderts der jetzige Patron der Kirche, der hl. Ioann von Kronstadt, dieses Werk unterstützt habe und überreichte einen Teil eines Epitrachilions des hl. Ioann. Auch die Vertreter der staatlichen Organe und der anderen Konfessionen gratulierten zur Weihe der neuen Kirche. Allerdings hatte es im Vorfeld in der Hamburger Politik noch eine Auseinandersetzung um die Teilnahme des Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) an der Weihe gegeben, denn Farid Müller, der Sprecher für Schwulen- und Lesbenpolitik der GAL-Fraktion, nahm Anstoß an Äußerungen von Metropolit Kirill, in denen dieser die Homosexualität als Abartigkeit, „die oft als ein Menschenrecht verteidigt wird", bezeichnet hatte. Dazu meinte Müller: „Diese Äußerungen dürfen nicht unkommentiert bleiben. Ich fordere den Ersten Bürgermeister auf, dem Metropoliten unmissverständlich klarzumachen, dass derartige Äußerungen in Hamburg nicht akzeptiert werden. Zur Not muss der Erste Bürgermeister seine Teilnahme an der Kirchenweihe absagen. Die russisch-orthodoxe Kirche vergiftet das gesellschaftliche Klima, schürt Hass gegen eine Minderheit und trägt zur Entdemokratisierung Russlands bei. In Deutschland würden die Äußerungen von Metropolit Kirill als Volksverhetzung verfolgt. Hier sind klare Worte dringend geboten". Allerdings hielt der Bürgermeister dann doch an seiner Zusage fest: Ein sichtlich bewegter Ole von Beust würdigte die Russische Orthodoxe Kirche als einen wichtigen Faktor für das Zustandekommen der deutsch-russischen Beziehungen, mahnte zugleich aber auch Toleranz an. „Die Würde des Menschen ist nicht antastbar, gleich welcher sexueller Ausrichtung er ist". Die evangelische Ortsbischöfin Maria Jepsen lobte die neuen Partnerschaft „im Geiste der Ökumene". Sie sagte: „Wir freuen uns, dass wir diese Kirche unseren russischen Geschwistern geben konnten." Nach der Weihe lud die russisch-orthodoxe Gemeinde zu russischem Bier und Spezialitäten vor der Kirche ein. Die Feierlichkeiten waren Teil des Veranstaltungsprogramms rund um das 50. Jubiläum der Städtepartnerschaft Hamburg / St. Petersburg. Am Nachmittag trug sich Metropolit Kirill im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt ein. Am Abend empfing Ole von Beust Petersburgs Gouverneurin Valentina Matvienko und ihre Delegation bei einem Festessen mit 300 Gästen. Ein weiteres Stück der Neugestaltung der Kirche erfolgte am 28. Juni: Auf der 54 Meter hohen Hauptkuppel konnten eine goldene russische Zwiebelkuppel und ein Kreuz aufgesetzt werden, wie schon zuvor auf den vier Seitenkuppeln. Im Beisein von Vertretern der orthodoxen Schwesterkirchen der Elbestadt sowie der Evangelischen und Römisch-Katholischen Kirche, des Senats der Hansestadt und des Generalkonsulats der Russländischen Föderation in Hamburg weihte der Dekan für Norddeutschland der Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, Erzpriester Boris Ustimenko aus Magdeburg, das neue Kreuz, bevor dieses mit einem Kran auf die Kirche gesetzt wurde.

 



Weiterhin muslimische Übergriffe auf koptische Christen [23. Aug. 2007 - 18:26]

Alexandria - Militante Islamisten haben am 8. Juni 2007 in der nordägyptischen Stadt Zawyet Abdel-Qader 30 Kilometer westlich von Alexandria ein koptisches Wohnviertel überfallen und verwüstet. Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurden sieben Christen verletzt. Häuser und Geschäfte von Kopten wurden beschädigt und geplündert. Wie die IGFM erfuhr, konnten die Islamisten eineinhalb Stunden lang unbehelligt im Viertel randalieren, ehe die Polizei eintraf und dem Treiben ein Ende setzte. Nach dem Bericht sammelten sich die islamistischen Gewalttäter am 8. Juni 2007 nach dem Mittagsgebet vor einem Kaffeehaus in Zawyet Abdel-Qader, nachdem sie die Moschee verlassen hatten. Personen von außerhalb brachten den Männern Taschen mit Waffen und Brennmaterial. Die Gruppe zog ins christliche Viertel und begann, Häuser und Geschäfte von Kopten zu zerstören. Türen und Fenster wurden eingeschlagen und Geschäfte geplündert. Bei dem Versuch, ihr Eigentum zu schützen, wurden sieben Kopten zum Teil schwer verletzt. Sie erlitten Stichwunden sowie durch eine säureartige Flüssigkeit Verletzungen am Kopf, im Gesicht und am Rücken. Der Mob hatte gerade die Kirchen des Viertel erreicht, als die Polizei eintraf und der Gewalt ein Ende setzte. Acht Islamisten und zehn Christen wurden festgenommen. Auch in Dekheila, acht Kilometer von Alexandria entfernt, griffen militante Islamisten kurz darauf eine christliche Einrichtung an. Der Mob attackierte am 12. Juni die „Kirche der Heiligen Jungfrau“ in Dekheila. Nach einem Streit zwischen einem Kopten und einem Muslim eskalierte die Situation und Gewalttäter begannen, die Kirche mit Flaschen und Steinen zu bewerfen. Ein Wachmann der Kirche schloss sofort alle Türen und Fenster und alarmierte die Polizei, die umgehend eintraf und außer geringfügigen Schäden Schlimmeres verhindern konnte. 15 Kopten und sieben Islamisten wurden festgenommen. Die IGFM beobachtet, dass sich die Übergriffe gegen die koptische Minderheit in Ägypten häufen. Besonders in Oberägypten sind die als christliche Minderheit stark benachteiligten Kopten Ziel von Terror, Unterdrückung und Gewalt durch extremistische Muslime. Im April 2007 wurde in Alexandria ein Kopte durch eine Messerattacke getötet. Weitere zwölf Christen wurden zum Teil schwer verletzt. Die IGFM stellt jedoch fest, dass sich die Übergriffe nicht mehr nur auf Oberägypten beschränken. Im Mai 2007 überfielen in der Stadt Behma 60 Kilometer südlich von Kairo militante Islamisten Häuser und Geschäfte von Kopten mit Ziegelsteinen und Brandbomben, weil sich das Gerücht verbreitete, die ortsansässigen Kopten wollten eine Kirche bauen. Die sofort informierte Polizei erschien erst drei Stunden nach Beginn der Unruhen. In der Zwischenzeit vergewaltigten die Islamisten koptische Frauen, brannten Häuser ab und misshandelten koptische Männer. Zehn Kopten wurden zum Teil schwer verletzt. „Die ägyptischen Behörden sind an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig. Oftmals haben sie islamistisch motivierte Angriffe auf Kopten nur geringfügig bestraft, um sich den Ärger der islamischen Bevölkerung vom Hals zu halten“, kritisiert Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.



2. Orthodoxe Jugendkonferenz des Ökumenischen Patriarchats [23. Aug. 2007 - 18:23]

Konstantinopel – Vom 11. bis 16. Juli 2007 fand in Konstantinopel (Istanbul) die 2. Orthodoxe Jugendkonferenz statt, die das Ökumenische Patriarchat organisiert hat. Die erste derartige Konferenz hatte im Juni 2000 stattgefunden. Die diesjährige Konferenz stand unter dem Titel „Glieder der Kirche – Bürger der Welt“. Rund 900 junge Männer und Frauen aus allen Diözesen des Ökumenischen Patriarchats rund um die Welt nahmen zusammen mit Vertretern der orthodoxen Schwesterkirchen, monastischer Kommunitäten, anderer christlicher Kirchen und Konfessionen, orthodoxer theologischer Schulen und Akademien sowie internationaler kirchlicher Organisationen und Jugendverbände daran teil. Zum Programm gehörten neben einem intensiven Meinungsaustausch zum Tagungsthema Besuche beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, in der Theologischen Hochschule von Chalki sowie den Sehenswürdigkeiten der Stadt. In seiner Eröffnungsansprache betonte der Patriarch, die Jugend müsse ihren Platz im gott-menschlichen Leib der Kirche finden – gemäß den Gaben, die ein jeder erhalten habe. Als Bürger des göttlichen Reiches, die aber zugleich Bürger der Welt seien, sollten sich die Jugendlichen weder mit der Welt identifizieren, noch diese grundlos ablehnen. Die Konferenz verabschiedete ein ausführliches Kommuniqué, in dem eingehend besonders die Bedeutung der Eucharistie für die Verantwortung und das Zeugnis in der Welt hervorgehoben wird: „Der Ausdruck ‚nicht von der Welt’ bedeutet keine Zurückweisung des Begriffes ‚in der Welt’, sondern stärkt uns und richtet uns aus auf die Ewigkeit. Mit der Eucharistie wird die Kirche als Endpunkt der Geschichte verankert, aber zugleich auch im Zentrum der Geschichte“. Der Text betont weiter: „Mission gehört zur Identität der Kirche. ... Christliche Mission kann keine verborgenen Ziele oder einen proselytischen Charakter haben. Wir sind Zeugen der Erlösung in Christus und die anderen sind frei zu entscheiden“. Im weiteren beschäftigt sich das Kommuniqué mit den Fragen der Globalisierung und Säkularisierung der modernen Gesellschaft: „Angesichts der modernen Globalisierung ist die Kirche gerufen, dem dynamischen Druck hin zur Unmenschlichkeit zu widerstehen, der von der Vorherrschaft ökonomischer Sichtweisen und dem Schwinden sozialer Errungenschaften ausgeht. ... Die Antwort der Kirche auf die andere große Herausforderung, die Säkularisierung, kann nicht eine Säkularisierung der Kirche sein. Die Kirche kann ihre soteriologische Bedeutung nur zeigen, wenn sie ihrer eucharistischen Identität treu bleibt ... Wir als orthodoxe Jugend betrachten die Kirche als den idealen Platz für die Entwicklung und den Respekt vor der Freiheit der Person. ... Ein christlicher philanthropischer Ansatz ist niemals abstrakt oder unpersönlich!“ In diesem Zusammenhang wird die Forderung erhoben, die Familie nicht nur soziologisch und legalistisch zu sehen, sondern im Sinne der authentischen kirchlichen und eschatologischen Dimensionen, „als eine Werkstatt des Heiles und der Theosis der Person, als eine Ikone der Kirche“. Die Konferenz beschäftigte sich auch mit der Beziehung zwischen den Geschlechtern und der Beziehung von Sexualität und Eros. Hier zeigten sich durchaus differierende Sichtweisen und Schwierigkeiten der Jugendlichen bei Fragen der Sexualität, vor allem im Blick auf Sex vor der Ehe: „Die Konferenz unterstrich die Bedeutung der christlichen Ehe als des Ortes, wo die Beziehung zwischen Mann und Frau voll verwirklicht wird“. Zugleich diskutierte die Konferenz aber auch die Bedeutung des monastischen Lebens, von Enthaltsamkeit und Askese, die aber kein Abschotten bedeuten: „Eine abgeschlossene Orthodoxie entspricht nicht nur nicht unseren authentischen Traditionen und drückt auch nicht unser Ethos christlicher Freiheit aus, sondern sie ignoriert auch die universalen Werte, zu deren Entstehen die Kirche wesentlich beigetragen hat. Es gibt keine Möglichkeit für ein wirkliches christliches Zeugnis in der heutigen Welt ohne Offenheit!“



Streit um Erzbischof Julius Hanna Aydin [23. Aug. 2007 - 18:22]

Warburg  - Seine Bischofsweihe erfolgte am 18. Februar 2007 in der St. Petrus und Paulus Kirche in Saydnaya bei Damaskus durch den Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien Moran Mor Ignatius Zakay Beth Iwas und seine Amtseinführung in Warburg am 4. März unter großer Anteilnahme nicht nur der syrisch-orthodoxen Gläubigen, sondern auch der anderen christlichen Kirchen und Konfessionen. Doch schon Ende Mai hat die Kirchenleitung der Syrisch-Orthodoxen Kirche in Damaskus Erzbischof Mor Julius Hanna Aydin im nordrhein-westfälischen Warburg vom Dienst suspendiert. Diese Entscheidung des Patriarchen erreichte den Bischof per Fax, erfolgte entgegen den kirchenrechtlichen Bestimmungen ohne eine Anhörung und bleibt bis zur nächsten Heiligen Synode der Syrisch-Orthodoxen Kirche im September 2007 in Damaskus/Syrien bestehen. Im Schreiben aus dem Patriarchat wird Bischof Julius vorgeworfen, er habe vor seiner Weihe die Errichtung eines Seminars und die Tilgung der Schulden des Klosters versprochen. Diese Versprechen habe er nicht gehalten. Außerdem habe er ohne Erlaubnis die Niederlande und Belgien besucht und einen Amtsbruder aus der Türkei, nämlich den Erzbischof von Tur-Abdin, Mor Timotheus Samuel Aktas, ohne Erlaubnis auf dessen Besuchsreise in Deutschland begleitet. Auch würde er die Forderungen der deutschen Gemeinden nach einer einzigen Diözese in Deutschland unterstützen. Das Patriarchat in Damaskus wollte nämlich in Deutschland drei Diözesen einrichten und  Mor Julius, der in der Türkei geboren, aber niederländischer Staatsbürger ist, sollte ursprünglich nur als Bischof für Hessen und Westfalen zuständig sein. Allerdings stellte sich die Mehrheit der syrischen Christen  in Deutschland gegen diese Entscheidung. Diese wollten nur einen Bischof für ganz Deutschland, und zwar Mor Julius Hanna Aydin. Nach langem hin und her revidierte der Patriarch seine Entscheidung und entschied kurz vor dessen Weihe, dass Bischof Julius Hanna Aydin nun doch für die Diözese in Deutschland alleine zuständig sein sollte. Doch revidierte man offensichtlich dann die Meinung in Damaskus wieder und plante erneut eine Aufteilung Deutschlands in drei Diözesen. Der 60-jährige Bischof Julius hatte dagegen Verständnis für die Gläubigen erklärt, die nicht auseinander gerissen werden wollten. Am 2. Juli 2007 gab dann allerdings überraschenderweise das Patriarchat bekannt, dass die zuvor getroffene Entscheidung der Suspendierung revidiert werde: Der neuen Entscheidung nach wurde der Erzbischof nur zu einem freiwilligem Hausarrest in seinem Kloster in Warburg verurteilt. Laut der neuen Entscheidung des Patriarchen bleibt der Erzbischof zwar im Amt, ist aber unter keinen Umständen befugt, die Kirche außerhalb seines Klosters in Warburg zu vertreten. Dem Erzbischof ist weiterhin untersagt worden, Diakone und Priester zu weihen, und ihm wurde auch jegliche Führung außerhalb seines Klosters entzogen und untersagt, Entscheidungen bezüglich seiner Erzdiözese zu fällen. Er bleibt aber weiterhin Abt des Klosters St. Jakob von Sarug in Warburg. Einige syrische Webseiten, auf denen die Angelegenheit intensiv diskutiert wird, sehen vor allem finanzielle und politische Gründe für die Vorgänge: So sei diese Entscheidung maßgeblich von Bischöfen forciert worden, die zum syrischen Geheimdienst (Mukhabarat) Kontakt haben. Ein nicht unerheblicher Betrag Geld habe bei dieser Entscheidung ebenfalls eine Rolle gespielt. - Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien zählt in Deutschland nach eigenen Angaben gut 60.000 Gläubige und hat bundesweit 53 Pfarreien.



Appell des Erzbischofs von Zypern [23. Aug. 2007 - 18:21]

Nikosia - „Wir bitten die Besatzungstruppen der türkischen Gemeinschaft auf Zypern um die Genehmigung für die Restaurierung unserer Kirchen auf eigene Kosten und um die Erlaubnis für die sechs über achtzigjährigen Mönche einer Rückkehr in das Kloster des hl. Barnabas in den besetzten Gebieten im Norden“, so lautete Mitte Juli 2007 ein Appell des orthodoxen Erzbischofs Chrysostomos II. aus Zypern, in dem er um die Erlaubnis für sechs über achtzigjährige Mönche einer Rückkehr in das Kloster des hl. Barnabas, der die Insel zusammen mit dem heiligen Paulus evangelisierte, bat. Die Mönche wurden während der Besatzung vertrieben und würden gerne dort ihre letzten Lebensjahre verbringen. Bisher gab es aber keine offizielle Antwort. Das Anliegen wurde auch dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen unterbreitet. Allerdings hatte der Aufruf offensichtlich keinen Erfolg: Nach Angaben des Erzbischofs von Zypern Chrysostomos II. hinderten türkische Militärs Anfang August 2007 orthodoxe Gläubige mit Gewalt daran, ins Kloster des hl. Barnabas bei Famagusta zu gelangen. Als der Klostervorsteher bei einem Gottesdienst gegen dieses Vorgehen protestierte, vertrieben die Militärs alle Anwesenden und riefen christenfeindliche Parolen. Das Kloster befindet sich in der türkischen Besatzungszone und ist auf Anordnung der Obrigkeiten, die es als Museum betrachten, nur mit Eintrittskarte zugänglich. In dem Appell des Erzbischofs hieß es weiter: „Wir möchten den Verfall stoppen und die internationale Staatengemeinschaft dafür sensibilisieren, Kunstwerke zurückgewinnen und sie zu uns bringen, um sie hier zu restaurieren und zu konservieren. …Wir möchten, dass unsere Kultur geachtet wird. Von unserer Seite aus sind wir bereit, die sich hier befindlichen Moscheen zu restaurieren, sollten diese sich nach Ansicht der Türken in schlechtem Zustand befinden, was meiner Ansicht nach jedoch nicht der Fall ist, da sie alle gut erhalten sind“. Im türkisch besetzten Teil von Nordzypern gibt es  insgesamt 520 Kultstätten (Kirchen, Kapellen, Klöster), darunter sind auch armenische und maronitische Einrichtungen, von denen 133 nicht mehr benutzt werden. Sie wurden in Militärlager, Ställe und Diskotheken umgewandelt. 78 frühere christliche Gottesdienststätten sind heute Moscheen, 28 werden militärisch genutzt oder sind Krankenhäuser. Als Vorratslager werden 13 Kultstätten benutzt.  Rund 15.000 Ikonen wurden illegal beseitigt und dem internationalen Schwarzmarkt für Kunstgegenstände zugeführt. Das Kulturerbe, das zerstört wurde, umfasst auch Fresken aus dem 16.Jahrhundert, größtenteils aus der byzantinischen Zeit. „Wir hoffen“, so der Erzbischof, „dass die Zuschüsse der Europäischen Gemeinschaft im Umfang von 286 Millionen Euro für die türkisch-zyprische Gemeinschaft auch für die Restaurierung von Kirchen, insbesondere die es besonders brauchen, benutzt werden, denn diese Kirchen sind bereits Ruinen oder stehen kurz davor solche zu werden.“ Erzbischof Chrysostomos bat auch die Europäische Union um ihr Engagement für die Achtung der Menschenrechte durch die türkische Regierung, wobei er sowohl von dem Europaparlamentarier Hans-Gert Pöttering als auch vom Kommissionspräsidenten Barroso und insbesondere auch von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel entsprechende Zusagen erhielt. Eine positive Resonanz auf den Aufruf des Erzbischofs war Ende Juli von unerwarteter Seite zu verzeichnen: Der Großscheich von Ägypten, Mohamed Sayed Tantawi, forderte, weitere Zerstörungen der christlichen Kirchen im Norden Zyperns durch die türkische Armee sollten verhindert werden. Es war das erste Mal, dass ein führender Muslim sich wohlwollend gegenüber einer Angelegenheit der Orthodoxen Kirche in Zypern äußerte.




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